Montag, 24. Oktober 2016

Ottilie von Goethes Apfel Créme

Als wir in diesem September in Weimar weilten, schien der Herbst noch ganz fern. Bei strahlend blauem Himmel führte uns der Weg auf der Sternbrücke über die Ilm bis hoch zum Goethe-und Schiller-Archiv, wo Ende August die kleine feine Ausstellung "Sardellen Salat sehr gut" eröffnet wurde. In den wunderschönen Vitrinen erwarteten uns Kochbücher, Menükarten und Einkaufslisten aus längst vergangenen Zeiten.
Und das Bonbon: einige der Rezepte gab es als Karten zu erwerben und dank meiner stets aufmerksamen Reisegesellschaft fand sich bei meiner Heimkehr Ottilie von Goethes Apfel Créme Rezept im Gepäck.
Mittlerweile ist es Herbst und unser Wiesenprinz hat uns in diesem Jahr die eifrige Pflege mit vielen Äpfeln entlohnt.
While staying in Weimar this past September, Autumn was still far away. We had wonderful blue skies, when we crossed the River Ilm via the bridge Sternbrücke to pay a visit to the Goethe and Schiller Archiv, where the interesting exhibition "Sardellen Salat sehr gut" has started in August.
Arranged in beautiful displays we've had a peek into cooking books, menues and shopping lists of bygone days.
And the treat: some of the recipes were available as cards and thanks to my always amiable travel companion I was provide with Ottilie von Goethe's Apple Créme recipe.
Meanwhile it is Autumn and our prince of the meadow has rewarded our care with plenty of apples.
Der große Apfelkorb war rasch gefüllt. Leider weiß ich nicht, welche Sorte es ist, der Apfel ähnelt dem Klarapfel und eignet sich eigentlich nur für Kuchen...oder eben Ottilie von Goethes Apfel Créme.
The basket was quickly filled. Unfortunately I do not know which kind of apple it is, it resembles the German Klarapfel and actually is only a good additon to cakes...or Ottilie von Goethe's apple créme.
 
Für einige der großen Äpfel ging die Reise in die Küche, er Rest wurde eingelagert. 
A few of the big apples went into the kitchen, the rest into storage.

Und dann kam Ottilies Rezept zum Einsatz. Wie die meisten historischen Rezepte erscheinen sie uns heute ein wenig lückenhaft.
And then I fetched Ottilie's recipe. Like most historical recipes it was lacking a few details.
Aus der Rezeptsammlung von Ottilie von Goethe (1796-1872) Handschrift im Goethe-und Schiller-Archiv, Weimar
 Transkription:
Apfel Créme
Man bratet 20 schöne Äpfel im Ofen, rührt das Marks ohne die Kerne zart durch, thut 1/2 Pfund fein gesiebten Zucker, 1 Theelöffel Rum, Zimt oder Vanille hinzu, thut es in deine Form und läßt es 1/2 Stunde backen.
Translation:
You bake 20 nice apples in the oven, then stir the apple mark without the seeds, add 1/2 pound of fine sugar, 1 tb rum, cinnamon or vanilla, put it in a mould and bake it another 1/2 hour in the oven.

Weil ich ein wenig ratlos darüber war, welche Äpfel Ottilie für ihre Créme üblicherweise auswählte und ob diese, wie meine, annährend die Größe eines Katzenkopfes haben, suchte ich nur neun Äpfel statt zwanzig aus.
As I had no clue which kind of apple Ottilie usually had chosen for her créme and if they'd have the size of a cat's head like mine, I only took nine apples instead of the twenty.
Und außerdem entfernte ich die Kerngehäuse (hier im sauerländischen Westfalen "Nürsel" genannt) schon vor dem Backen. Bei etwa 200°C ging es für etwa 20 Minuten in den Ofen. Obacht! Den Ofen besser nicht aus den Augen lassen, denn sonst gibt statt zart gebackener Äpfel eine apfelschaumige Überraschung, die leicht den halben Ofen für sich beanspruchen kann.
Nach dem Backen habe ich die Schalen entfernt und die weiteren Zutaten in die Apfelmasse gerührt, ehe es wieder in den Ofen ging.
I also cut out the core before baking. I baked them at approx. 200°C for twenty minutes. Stay close and watch the oven, because the apples can easily turn into a foam monster and claim the whole oven.
After baking I picked out the apple skin before adding the other ingredients to the apple sauce. And off it went into the oven again.
Heraus kam ein köstliches Apfelmus, das mit Ottilies klingendem Namen "Apfel Créme" natürlich noch besser mundet.
It is a delicious apple sauce, which tastes even better when called "apple créme".

Es schmeckt warm ebenso gut wie kalt und ist auch als Kuchenfüllung hervorragend...
No matter if you prefer it warm or cold, it's very tasty and also perfect for a cake stuffing...
...ebenso unschlagbar ist es dabei, einem den Nachmittag am Nähtisch zu versüßen.
Nachdem die drei Rückenteile meines Spencers bereits versteppt sind, stand heute die erste Verbindungsnaht an. Das Projekt ist fantastisch und ich freue mich schon, all die spannenden Details vorzustellen...aber vorerst wird noch eifrig gesteppt!
...and it's also devine to sweeten an afternoon at the sewing table.
After quilting the three parts of the back of the spencer in the past days, I finally added the pieces and made the first seam. The project is amazing and I can't wait to sharing all the fascinating details...but til then there's still plenty of quilting!

Dienstag, 18. Oktober 2016

Fächer, Sonnenfächer, Waderle, ein wigtiger Artikel im Putzhandel,... [sic]


Es wäre übertrieben, wenn ich behaupten würde, dass der Mangel an einem feinen Fächer mir bislang Sorgen bereitet hätte, allerdings änderte sich meine Meinung in diesem Jahr, denn da stand mal wieder ein Antrittsbesuch in Herzogin Anna Amalias Wittumspalais in Weimar an und dort bei der spätsommerlichen Hitze ohne Fächer zu erscheinen, hätte sicherlich einige fragende Blicke zur Folge gehabt.
Umso überraschter war ich, als sich mein Gedankengang diesbezüglich mit einem Fund auf dem Antikmarkt kreuzte. Von Blicken verschmäht lag da zusammengekauert ein kunstvolles Gerippe in Seide gehüllt: ein Fächer. Mir blieb die Luft weg, als ich im Geiste heraufbeschwor, wie er mir in ganzer Pracht selbige zukommen ließ. Ich hob ihn vorsichtig auf und ließ noch mehr Vorsicht walten, als ich ihn zu öffnen versuchte...er hatte schon bessere Zeiten erlebt...viel bessere Zeiten, damals im letzten Viertel des 18.Jahrhunderts.
Ich nahm ihn mit nach Hause, um seine Geschichte zu hören und ihn - trotz seines Zustandes - wieder die einstige Bewunderung zukommen zu lassen.
It would be an exaggeration, when I'd tell that my lack of a proper fan would have ever made me worry, but I changed my mind this year, because once again we would visit the Duchess Anna Amalia's Wittumspalais in Weimar, and going there in the warmth of September without a proper fan would have caused plenty of frowns.
I was caught by surprise when my thoughts about that were crossed by a lovely find on the latest antique market. Disdained by the attention of passerby, I spotted an ornate carcass wrapped in silk: a fan. I gasped for air, when in my mind's eye I imagined, how the fan in all it's glory would do it's duty and provide me with said air. I carefully picked it from the table and proceeded with even more care while opening it...it has seen better days...much better days, back in the last quarter of the 18th century.
I took the fan home, to listen to it's story and - despite it's plight - give back some of the admiration it once abundantly experienced.

Die Seide ist an zwei Stellen gerissen und ein Flügel des Blattes fehlt. Außerdem war ein Stab gebrochen und einer fehlt.
The silk is ripped at two ribs and one part of the leaf is missing. And one stick is broken close to the pivot and one missing entirely.

Die Stäbe sind aus Bein und wunderschön mit kleinen Pailletten, die schwärzlich angelaufen sind, ornamentiert.
The monture is made of bone and is beautifully embellished with tiny sequins, which are now tarnished.

Die Deckstäbe sind geschnitzt und mit Pailletten verziert. Sie finden eine Wiederholung in der Seide...
The guards are carved and adorned with sequins. The pattern is repeated in silk...

...und Goldfarbe.
...and gilt paint.

Die Darstellung der Mitte.
The picture in the middle.

Auch hier wurde mit Gold und Silberwerk gearbeitet.
The outlines are embellished with gold and silver.

Der Fächer mißt 26 cm in der Länge. Die dargestellten Szenen werden den Zeitgenossen sicher einiges verraten haben, mir liegt ihre Bedeutung leider im Dunkel.
The fan measures 26 cm in lenght. The depicted scene surely have told it's contemporaries a story, but unfortunately the meaning remains silent to me.


Alles was mir bleibt, ist die feine Handwerkskunst zu bewundern, die nicht nur auf der einen Seite des Fächers zu finden ist, sondern auch in vereinfachter Form auf der Rückseite.
All I can do is admire the lovely craftmanship, which is not only shown on the front of the fan, but also on the back in a less elaborate painted silk layer.


Die Darstellung der Vorderseite findet sich in reduzierter Form in schwarzen, blauen und roten Strichen. Die Seide ist doppellagig verarbeitet, sodass man die Rippen des Fächers nicht sieht.
The image from the front is also on the back, but not fully painted, there are only black, blue and red outlines. The silk is added in two layers, hence the ribs of the fan are hidden.

In der mittleren Darstellung fehlen die beiden Figuren (Mann und Frau), lediglich der Engel ist noch aufgemalt.
In the middle scene two figures are missing (man and woman), only the angel is painted in.
In diesem Ausschnitt sieht man deutlich die Nähte der Pailletten der Vorderseite.
This detail reveals the seams of the sequins from the front.


 
Selbstverständlich käme es mir nicht in den Sinn eines dieser kostbaren Originale für meine Darstellung zu nutzen, sie bleiben als Zeitzeugen in meiner Sammlung und werden durch entsprechende Lagerung vor weiterer Vergänglichkeit geschützt.
Aber dennoch war der Wunsch nach einem Fächer endgültig geweckt. 
Leider verfüge ich nicht über solch außerordentliche Fähigkeiten wie die französischen und russischen Fächermacher, die Ende des 18.Jahrhunderts die Damenwelt mit ihren Arbeiten beglückten.
Durch Zufall fand ich einen sehr orginellen Druck, der meinem Fächer als Vorlage dienen sollte...und einen gebrauchten Souvenirfächer aus Spanien.
Of course I would never ever use such fragile and valuable pieces of the past for my wardrobe, they remain as contemporary witnesses in my collection and are saved from further decay with conservation storage.
Nevertheless I still needed a proper fan.
Unfortunately I have none of the magnificient abilities like the french and russian fan makers back in the 18th century, who delighted every ladies' heart.
I stumbled upon a witty and lovely etching, which became the template for my work...and I purchased a wooden souvenir fan.

1795, The Ladies Bill of Fare, George Wilson, acces.no. 38.91.23 (Quelle/source: met Museum NY)
Das Gestell des Fächers wurde vom bisherigen Fächerblatt befreit, dann wurden die Stäbe entsprechend dünner gefeilt und schließlich lackiert.
The frame of the fan was freed from the former fan leaf, before I rasped and sanded the sticks to a much smaller size, and finally it was painted.

Ich wählte einen feinen Mousslin und wandte mich vertrauensvoll an ein Kopiergeschäft, die auch Stoffdruck anbieten. Erstaunlicherweise zeigt die bedruckte Oberfläche sehr viel Ähnlichkeit mit dem Original aus dem 18.Jahrhundert.
I've chosen a fine muslin and commissioned a copy shop, which also offer to print on fabrics. The finished printed surface of the muslin has an amazingly similarity with the silk of the original of the 18th century.
Auf der Rückseite werden die Rippen nicht verdeckt. Da der Stoff hier noch sehr hell war und nicht recht zum Druck passte, half ich vorsichtig mit einer Teefärbung nach.
The ribs on the back aren't hidden. As the fabric was a different shade then the front I applied some tea dye.

Das Fächerblatt habe ich mit einem Stärkekleber aufgeklebt.
The leaf was added with starch glue.

Das Fächerblatt bringt mich immer wieder zum Schmunzeln. Es ist heute noch ebenso gültig wie 1795 als George Wilson es gezeichnet hat.
The fan leaf makes me giggle. It's still as valid today as it was 1795, when George Wilson painted it.
"To plague and please all womankind,
Here's Gallants sure a plenty,------
Chuse then a Beau to suit your mind,
Or change till' one content ye."


Die heutige Überschrift stammt aus Gottfried Christian Bohns Waarenlager (Quelle: googlebooks)
Today's headline is taken from Gottfried Christian Bohns Waarenlager (Source: googlebooks)

Montag, 10. Oktober 2016

"...alle die 16 Häuser, die sich 1 Journal halten,..."

Angesichts des wundervollen Spätsommerwetters des vergangenen Septembers, stand mir der Sinn nach einem kurzärmeligen Spenzer oder Spencer, wie er in den Jahren zwischen 1795 und 1800 in Mode war. Als Begriff findet sich dafür im Journal des Luxus und der Moden und anderen Schriften auch Leib, Halbkorsett, Kamisol, Camisol oder Kamisöller.
Ich hatte mir bereits einen feinen Baumwollstoff mit Appretur aus meinem Stofflager gesucht und benötigte noch Haken, was mich in den Stoffladen führte...und wie so oft, fand ich dort nicht nur das Gesuchte, sondern auch einen herrlichen Baumwolldruckstoff in der Restekiste.
Wieder Daheim lagen zwei Stoffe auf dem Tisch und während ich sie noch betrachtete, wanderten meine Gedanken zu einem Leserbrief aus dem Journal des Luxus und der Moden vom April 1792, in dem sich Frau Bürgermeisterin B*** aus P*** (einer kleineren Landstadt) der Anklage von Dr. Bahrdts Zeitschrift für Gattinnen, Mütter und Töchter stellt, wo er gegen das Journal des Luxus und der Moden wettert und dass dieses die Luxus- und Modesucht begünstige.
Diese Ansicht widerlegt sie auf unverwechselbare Art und Weise und nebenbei erfährt man wie das Journal zu jener Zeit in den Haushalten wirkte. Sie schreibt:
"...wenn ein Herumträger eine neue Mode bringt, sind unsere jungen Damen weit mehr dafür, weil sie alsdann allein, und viel mehr Aufsehn damit machen können, als wenn sie was aus dem Journale nachmachen, woran sich schon alle die 16 Häuser, die wir hier zusammen 1 Journal halten, (denn es kostet mich jährlich nur 6 Groschen) müde gesehen haben. ..."
Due to the wonderful late summer weather of the past September, I decided to assemble a short sleeved spencer, like it was fashionable in the years between 1795 and 1800. In German journals we also find the terms (engl. translation) corps, half-corset, camisol.
I had already fetched a lovely fine cotton with a glazed finish from my fabric stash, but was lacking hooks, which lead me into a fabric shop...and as experienced many times before I not only found the said hooks, but also a lovely printed cotton in the remnant section.
Back home I had spread two fabrics on my sewing table and while gazing at them I remembered a letter to the editor from the Journal des Luxus und der Moden from April 1792, where the mayor's wife Mrs B*** from P*** (a small country town) tears down the accusation of Dr. Bahrdt's journal Zeitschrift für Gattinnen, Mütter und Töchter, where he complains about the influence of the Journal des Luxus und der Moden to intensify the addiction for fashion and luxery.
She disproves this accusation in a most unique way and the modern reader gets an amazing insight into the economy of households back then. She writes:
"...if messengers bring a new fashion individually, our young ladies are much more delighted, because then they receive the fashion news alone and are able to gain much more attention, as compared to working with the Journal des Luxus und der Moden, as 1 single journal is subscribed and shared by 16 households (which only costs 6 Groschen for each household), and when it passes from house to house, the young ladies are tired of seeing it..."

Die Geschichte amüsierte mich nach wie vor und deshalb beschloss ich kurzerhand den Spenzer in zwei verschiedenen Versionen zu fertigen, wobei ich den gleichen Schnitt verwenden wollte.
Zum einen verwendete ich das feine Baumwollzeug für den Haushalt der Bürgermeisterfrau...
The story still amused me and in short I decided to assemble the spencer in two different fabrics from the same pattern.
I used the fine glazed cotton for the mayor's household...
...und für die Arbeit an dem edlen Stoff leistete sie sich eine Schneiderin aus dem Ort.
...and for the stitching of the high quality cotton she placed an order to the local seamstress.

Der andere Spenzer wurde in jenem Haushalt gefertigt, der das Journal als letztes in die Hände bekommt. Für die Fertigung des Kleidungsstück wurde ein bereits vorhandenes Stück verändert und mit weiteren Stoffresten der neusten Mode angepasst...
The other spencer was stitched in exactly that household, which received the Journal last after it went through 15 hands. For the assembly of the garment another piece of clothes was altered and more fabric remnants were added to achieve the look of the latest fashion...
...für mein Vorhaben war der Baumwolldruck etwas zu brilliant, also kochte ich den Stoff wiederholt in Tee und ließ ihn in der grellen Septembersonne trocknen, bis das Grün den damals bei Drucken üblichen grau-braunen Schimmer hatte.
...for this project the cotton print was much too brilliant, hence I cooked it in tea repeatedly and let it dry in the bright September sun, until the green had the typical greyish brown colour scheme of period greens.


Der gleiche Schnitt mit zwei sehr unterschiedlichen Baumwollstoffen. Verändert habe ich lediglich die Ärmel, welche beim oberen Spenzer aus einem Stück bestehen, während der Ärmel des unteren aus zwei Teilen gefertigt wurde; immerhin wurde er - bleiben wir in der erdachten Geschichte - aus einem alten Kleidungsstück gefertigt und mußte gestückelt werden, oder anders gesagt: lange Ärmel wurden einfach eingekürzt und zum Einnähen angeglichen.
Auch wurde die Zier der Taille im Rücken bei der oberen Version üppiger gestaltet. Und während der untere Spenzer mit Nadeln geschlossen wird, hat der obere Haken und Ringe.
The same pattern with two very different cotton qualities. I only changed the sleeves, which are a one piece construction in the upper spencer, while the other spencer's sleeve are made of two pieces; please remember - to stay within the fictional story - it was made of an old garment and had to be pieced, or: the long, already existing sleeves were cut and adjusted to fit.
The pleating on the waist in the back is also more lavish on the upper one. And while the cotton print spencer is closed with pins, the other one has hooks and rings.

Der Baumwolldruckstoff erwies sich als kooperativer, was die Faltenlegung betrifft.
The cotton print was easier to put into pleats.

Als Futter diente sehr feiner, frischer Leinenstoff und bereits etwas verwaschener Baumwollkaro aus einem früheren Projekt.
For lining a fine and fresh linen was used and a slightly faded checked cotton from a previous project.

Die Taillenblende, die man häufig bei Museumsstücken findet (siehe hier), ist einmal mit hellblauem Baumwollsatin und einmal mit grünem Baumwollzeug hinterlegt.
The attached waistband, which is often seen in extant garments (see here), is faced with light blue sateen and with green cotton.


Die Faltenzier im Rücken 
The pleats in the back

Ein Blick auf den einteilig und zweiteilig gearbeiteten Ärmel
A picture of the one-piece and two-piece sleeve

Die Faltenlegung beginnt im Rücken, beim oberen wurde der Winkel der Naht ein wenig anders gelegt.
The collar pleats start in the back, the upper's seam was attached in a different angle.

Auf links gezogen
pulled out the left

Ein Schnitt, zwei unterschiedliche Kleidungsstücke.
One pattern, two different garments.

Wie oft mögen sich die Damen in ähnlichen Kleidungsstücken damals über den Weg gelaufen sein?
How often would you've seen similar garments in the streets back then?

Die Spenzer mit dem markanten Kragen haben es mir doch schon ein wenig angetan und angesichts der mittlerweile kühlen Herbsttage, fiel mir ein besonderes Kleidungsstück mit dieser Kragenzier auf. 
Und prompt landete es auf meinem Nähtisch!
Ich hoffe, meine Nacharbeitung wird erfolgreich verlaufen und mir angenehme Wärme bei künftigen Winterspaziergängen spenden...und wer weiß, vielleicht sieht man die ungewöhnliche Mode in diesem Winter in dem ein oder anderen Haushalt ;)
The spencers with the striking collars are very pleasing to my eye and now we are experiencing the first cool days of Autumn, I found a very interesting garment with a pleated collar like this.
And yes, it's currently on my sewing table!
 I hope, my recreation will be a success and provide me with comfy warmth on my strolls this winter...and who knows, maybe this fashion will also be seen in other households this winter ;)
late 1790s, French Silk Spencer (Quelle/source: met Museum NY)